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Glaube - Leben - Popkultur

Eine lebensverändernde Zeit

© ruewi / photocase.com

Die Karwoche: sie ist eine Zeit, in der es um Leben und Tod geht, nicht nur für den einen, nicht nur für Jesus Christus, sondern für jeden einzelnen Menschen.

Das ist die These, mit der wir, Studierende und Mitarbeiter der Hochschulen in Mannheim, junge und jung gebliebene, katholische wie evangelische Christen und die Hauptamtlichen in der Katholischen Hochschulgemeinde in Mannheim in die Woche gehen, die bereits mit dem vergangenen Palmsonntag begonnen hat: Die sogenannte „Heilige Woche“ oder eben auch Karwoche. Wir versuchen, uns ganz bewusst von jedem einzelnen Tag dieser intensiven Zeit herausfordern und berühren zu lassen. Dabei versuchen wir diese Tage als Einladung zu sehen, den Weg des Leidens, des Verlustes (den jeder von uns kennt und selbst immer wieder erlebt) mit- und selbst zu gehen, weil über allem die Zusage des Lebens steht, eines Lebens, das keinen Tod mehr kennt. Was das konkret für uns bedeuten kann, haben wir versucht in ein paar Gedanken festzuhalten, die uns durch die Tage insgesamt, aber auch durch jeden einzelnen Tag und ZU jedem einzelnen Tag – und so vielleicht auch zu uns selbst und zu einem ganz anderen Ostern – führen können: ein Ostern, dass uns – dass jeden von uns – ganz konkret betrifft.

© Jens Ottoson / fotolia.com

Ein folgenreiches Mahl: Gründonnerstag

Wir feiern das letzte Mahl Jesu, ein Mahl, dass ganz und gar in der Tradition der jüdischen Pessachfeiern steht: Diese Mahl war für das jüdische Volk der Anfangsweg in seine Freiheit, ein Mahl, das für den Aufbruch in eine neue und ungewisse Zukunft stärken wollte. Auch das Mahl Jesu hatte Folgen, denn es war der Aufbruch in eine Zeit der Unsicherheit, des Leidens und des Todes, es verdichtet die Gemeinschaft und wollte ihr Kraft geben für das, was kommen wird. Dieses Mahl feiern wir immer wieder und in einer besonderen Dichte am Gründonnerstag.

Doch welche Folgen hat dieses Mahl für uns: ist es Zeichen eines Aufbruchs in die Freiheit, in ein neues Land, auch wenn der Weg dorthin nicht leicht ist, er sich auch mit Schmerzen und Sterben verbindet? Als Kirche in unserer Zeit, als Kirche, die sich in einer Krisensituation befindet, kann die Feier des Abendmahls zu einem mutigen Aufbruch zu Freiheit und Leben werden.

© kallejipp / photocase.com

Ein konsequenter Tod: Karfreitag

Sein Tod am Kreuz war absehbar. Sein Weg führte über Folter und Spott zum Kreuz. Warum? Hätte es nicht auch anders sein können? Nein, denn er war konsequent in seinem Leben, dass er es auch in seinem Leiden und Sterben war. Er war zutiefst von der Liebe Gottes überzeugt, die sich dem Kranken, dem Sünder, dem Ausgestoßenen, dem Fremden gegen alle herrschenden Systeme zuwendet und er glaubte daran, dass diese Liebe auch den Tod aushalten wird. Er hat sein Leben so konsequent aus der Liebe gestaltet und war dabei so frei, dass er auch die Konsequenzen eines solchen Weges annahm.

Hier wird sein Tod für uns als Gemeinschaft der Glaubenden zur Frage: sind wir letztlich auch bereit, so konsequent Leben zu wagen, wie er es vorgelebt hat, auch Formen der Kirche, Formen des Glaubens zu verändern oder gar aufzugeben, weil wir Liebende sind?

 

© Alfred Knapp / fotolia.com

Ein Hinabsteigen in den Tod: Karsamstag

Wir erinnern uns daran, wie wir es auch im Glaubensbekenntnis aussprechen, dass er hinabgestiegen ist in das Reich des Todes. Gott sucht nach dem Menschen, sogar in den Abgründen des Todes. Er will keinen Menschen an den Tod verlieren, sondern er geht zu ihnen als Bote des Lebens. Dieser Weg braucht seine Zeit, braucht einen Tag, um zu erkennen, wie grenzenlos das Leben und die Liebe Gottes ist.

Der Karsamstag lädt ein zum stillen Innehalten. Er wird zur Einladung, das eigene Verständnis des Glaubens zu entgrenzen, um des Lebens und um der Liebe willen, die sich jedem Menschen zuwendet, auch dem, der im gesellschaftlichen oder kirchlichen Todesreich existiert.

© Carly Hennigan / fotolia.com

Ein Aufbrechen zum Leben: Die Feier der Auferstehung

Ostern: das Grab des Todes wird von innen her aufgebrochen, das Leben, das seinen letzten Grund in Gott hat, es lässt sich nicht unter Steinen begraben, lässt sich nicht in die Vergessenheit drängen, denn dieses Leben ist mehr als nur biologische Funktion. Es ist ein Leben, dass den Wert des Menschen neu entdecken lässt, ein Leben, das Einspruch gegen den Tod in all seinen Varianten erhebt.

Die Nacht des Lebens, sie will uns herausfordern, auch unsere Gräber zu verlassen. Gräber, in denen unser Leben und unser Glaube ersticken. Diese Nacht will uns Anteil geben an einem Leben, dass keinen Tod mehr kennt, weder im Leben, noch im Tod.


 

 

 

Andreas Fuhrmann hat eine geheime Liste von Musikgrößen, die er vor ihrem Tod noch live sehen möchte. Der Pfeifenraucher und ehemalige Barkeeper schätzt besonders die benediktinische Spiritualität. Er arbeitet als Tutor in der KHG Mannheim.

Die Impulse stammen von seinem Chef, Jürgen Weber, Hochschulpfarrer und Rieslingschorletrinker mit Jeans-Stola in Mannheim.

 

Andreas Fuhrmann

Andreas Fuhrmann (33) hat eigentlich immer irgendeine Kamera bei sich. Seine Bilder helfen ihm, im Alltag das Besondere zu sehen: zauberhafte Momente zwischen Bordsteinkante, Kassenautomat und einer Regenwolke – zwischen zwei gewechselten Worten, einem Blick nach links und einer stillen Sekunde. Bei Manna zeigt er in „Leuchtstoff“ regelmäßig ein Bild aus seiner Sammlung: Leuchtstoffe, Blicklichter, SehensWürdigkeiten, Kleinode, Zeitlupen, Gedankensplitter... Momentaufnahmen: Aus dem Leben – Auf das Leben! Mehr von ihm gibts auf pistaziengruen.de

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  1. Vuvuzelas für den Eselskönig | Manna Magazin - [...] Immanuel Fuhrmann hat uns bereits früher von intensiven Kar- und Ostertagen erzählt. Seit bald  einem Jahr lebt er nun …

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