Pages Navigation Menu

Glaube - Leben - Popkultur

Passion Punkrock

Es gibt sicherlich viele Aussagen, die man über die Toten Hosen und ihre Songs aus dern 80’ern, 90’ern und von heute treffen kann. Über laut und rockig, Punk oder Mainstream, früher gut und heute schlecht oder umgekehrt. Es ließen sich wohl genügend Meinungen einfangen über eine der bekanntesten Bands Deutschlands. Was wohl eher nicht zu den Attributen gehört, die man ihnen zuschreibt wäre religiös oder christlich.

Verwunderlich ist es nicht, obwohl es sogar Diskussionen in Fan-internen Foren darüber gibt, ob die Jungs denn nun gläubig sind oder Christen, wer von der Band Messdiener war und so weiter. Aber so scheint auf den ersten Blick eine Punkrockband sich weniger dadurch auszuzeichnen ihre Hörer zum Nachdenken zu bewegen, als durch Gute-Laune Musik. Und bei vielen Songs der Hosen stimmt das auch und ist natürlich auch legitim.

Bei näherem Hinhören einiger Songs und deren Texte erkennt man doch immer wieder Berührungspunkte mit Themen von Kirche, Gott und Glauben. Repräsentativ wird oft die Lieder „Paradies“ oder „Die 10 Gebote“ angebracht, um zu demonstrieren, dass den Toten Hosen die Sache so ganz und gar gegen den Strich geht. Doch dem wäre zu wenig getan, es dabei zu belassen.

Gar nicht leugnen, will ich die Tatsache, dass Songs immer gerne zur Kritik genutzt werden und dass dies auch die Toten Hosen nutzen, um sich Luft zu machen, wenn sie diverse Regelungen und Vorschriften der Kirche nicht mit sich vereinbaren können. Aber das sie ungläubig sind, beweist das noch lange nicht. Gerade der Song „Lebt wohl und Danke sehr“ beweist das Gegenteil. Darin heißt es: „Auch wenn ich nicht in die Kirche geh, ich weiß, Gott wohnt auch in mir.“

So war es vielleicht Absicht oder nicht (ohne Kommentar des Songwriters wird es nicht herauszufinden sein), dass gerade das Lied „Nichts bleibt für die Ewigkeit“ zur Fastenzeit und zur Passionsgeschichte passt. Es geht darum erstmal zu begreifen, das alles vergänglich ist. Auch wir müssen uns unsere Sterblichkeit bewusst machen. Uns das bewusst machen, um im Hier und Jetzt zu sein. Die Fastenzeit bis hin zum Karfreitag macht uns deutlich, das auch Jesus das Los der Sterblichkeit angenommen hat. Sein menschliches Leben währte auch nicht für die Ewigkeit. Genau dies kommt im Lied zur Sprache.

Was dem Lied fehlt, ist eine Hoffnung. Die Hoffnung die wir Christen haben dürfen durch die Auferstehung. Wir müssen das Leben heute realisieren, genießen, wertschätzen, ehren etc. Aber wir dürfen hoffen, dass danach doch noch etwas Ewiges kommt. So kann man bis zu einem gewissen Grad sagen, dass die auch die Toten Hosen ein wenig christlich sind, vielleicht nur bis zu einem gewissen Punkt. Und wie sagte eine nicht minder bekannte Band schon : “God gave Rock’n Roll to you!

Nichts bleibt für die Ewigkeit

Du merkst nicht, wie die Tage vergehn,
auch wenn es so scheint, sie bleiben nicht stehn.
Sie tropfen stetig vor sich hin, wie ein Wasserhahn, der undicht ist.

Wenn du nachts hellwach in deinem Bett liegst, hörst du, wie es leise tickt.

Es ist ‘ne Uhr in dir, sie läuft nur für dich, sie erinnert dich dran, wie spät es ist.

Jeden Tag stirbt ein Teil von dir,
jeden Tag schwindet deine Zeit,
jeden Tag ein Tag, den du verlierst,
nichts bleibt für die Ewigkeit.

Jeder Atemzug kostet dich Sekunden,
wie viel Minuten kriegst du für dein Geld?
Los, wir schenken uns gegenseitig ein paar Stunden,

schmeißen Jahre von uns weg.
Von gestern und für morgen leben, niemals für das Hier und Jetzt.
Du merkst, während du an deinen Plänen sitzt,
wie das Leben an dir vorüberzieht.

Jeden Tag stirbt ein Teil von dir,
jeden Tag schwindet deine Zeit,
jeden Tag ein Tag, den du verlierst,
nichts bleibt für die Ewigkeit.

Der Song bei youtube: Nichts bleibt für die Ewigkeit live

Manuel Rawer

Manuel Rawer ist Religionslehrer an der Berufsbildenden Schule in Bernkastel-Kues. Trotz eines Leben als bekennender Serienjunkie und Sport-TV-Anhänger, versucht er möglichst viel in der ganzen Welt herumzukommen und Manna-Momente zu erleben!

Letzte Artikel von Manuel Rawer (Alle anzeigen)

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>