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Glaube - Leben - Popkultur

Ein ganz normaler Samstag

Quelle: Henning Schmidt / pixelio.de

In Mülheim-Kärlich befindet sich im Schatten des stillgelegten Kernkraftwerkes ein Gewerbepark mit derzeit mehr als 300 Firmen auf 230 Hektar Fläche und mit rund 6.000 Arbeitsplätzen. „Die Vorteile liegen auf der Hand: Einkaufen ohne lange Parkplatzsuche, leichte Erreichbarkeit, günstige Rahmen-Bedingungen für Unternehmer, große Vielfalt der angebotenen Dienstleistungen, umfassender Branchen-Mix von “A” wie Automobile bis “Z” wie Zooartikel. Und natürlich freundlicher Service in allen Unternehmen – nur um die wichtigsten Argumente anzuführen.“, so die verführerische Werbung.

Es war an einem Samstag Punkt 10.41 Uhr. Der Vorrat an Pampers war zusammengeschrumpft und es war abzusehen, dass er das bevorstehende Wochenende nicht überstehen würde. Rein ins Auto und ab Richtung Einkaufsparadies. Die Straße wird immer enger. Überall nur Autos. Eingereiht in eine schier endlose Blechkarawane schieben wir uns langsam vorwärts. Rollen im Schritttempo auf die verstopfte Kreuzung zu. Anspannung und Aggressivität liegen in der Luft. Der nächste Ampelwechsel würde der unsere sein. Noch einmal warten, dann rücksichtslos ob grün oder blutorange, egal einfach links abbiegen. Endlich grün, „Fahr doch!“, noch einer ist vor uns, wir geben Gas, als du dich plötzlich, völlig unerwartet und ohne einen Ton von dir zu geben, abrupt entscheidest, stehen zu bleiben. Du streikst. Mitten auf der Kreuzung. Entsetzen. Dichte Stille. Starre. Hastiges Rütteln am Zündschlüssel. Zärtliches Zureden und Streicheln der Armaturen. Nichts tut sich. Dann: ein Hupkonzert nur für mich. Verzweiflung macht sich breit. Wo bist Du? Kein Plan B in meinem Hirn. Doch Hilfe kommt. Jemand steigt aus und gemeinsam schieben wir im Laufschritt das Auto auf den nächsten, tatsächlich freien Parkplatz. Erleichterung macht sich breit. Ich kann befreit lachen. Die Welt ist gar nicht so schlecht.

Ich glaube, dass schlechte und gute Erfahrungen unseren Zugang zu Welt und Gott gestalten. Dabei gibt es wohl nie nur schwarz und nie nur weiß. Alles hat seine Zeit. Und: alle durchleben alles. Unterstützen wir uns gegenseitig. Bewegen wir liegengebliebene Autos! Dann nehmen wir uns die Berge vor.

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1 Kommentar

  1. … diese geschichte kommt mir sehr bekannt vor! du hast die röte in deinem gesicht vergessen. :) liebe grüsse

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