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Glaube - Leben - Popkultur

Die pure Lebenslust

Jasmin Merdan – fotolia.com

Die Manna-Redaktion stellt sich in der Fastenzeit ihren Todsünden. Einmal pro Woche. Immer Mittwochs, denn Mittwoch ist Manna-Tag. Jörg stellt sich heute der “luxuria”, der Wollust. Wobei er sich dann doch für die moderatere Übersetzungsvariante, der  Genusssucht, entschieden hat. Wenn draußen gegrillt wird, der köstliche Duft von Schwenkbraten die Nasenflügel nach und nach erobert und sich gleich einem Naturgesetz, ein kühles Blondes, womöglich noch ein frischgezapftes, mit einer herzhaften Schaumkrone urplötzlich aus dem Nichts auftaucht, das es auf Händen zu tragen und es ehrfürchtig in gebührenden Abständen zum Mund zu führen gilt, um dann jeden einzelnen Schluck, ja ich möchte sagen,  meditativ auf seinem Weg die Kehle hinunter in die Magengegend zu begleiten, um Zeuge zu werden, wie der ganze Körper in Verzückung gerät, dann geht ein kaum sichtbares, zustimmendes Nicken von Mensch zu Mensch rund um die Feuerstelle.  Oder diese blubbernde Melodie einer klassischen Kaffeemaschine, die nach durchdiskutierter Nacht die Herausforderung der Erweckung der Lebensgeister spielend anmimmt und dieses einzigartige Getränk auf nahezu liebevolle Weise hervorbringt. Wird dann zu allem Überfluss das  geschilderte Szenarium noch durch einen Balkon ergänzt, auf den schließlich in aller Herrgottsfrühe mit dampfender Kaffeetasse befreundete und fremde Menschen treten, ihre Blicke über die letzten Lichter der Stadt gleiten lassen, um die aufgehende Sonne andächtig zu grüßen, dann hat Leben einen fast perfekten Zustand erreicht.  Und wenn an diesem Genuss die unterschiedlichsten Typen und komischsten Käuze auf ihre je unterschiedliche Art und Weise partizipieren dürfen und auch können, quasi keine und keiner leerausgeht, wie in den oben genannten, zugegebernermaßen profanen Beispielen – doch hey, come on, was ist schon profan? – dann verwirklicht sich Johannes 10,10 “… damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.”

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