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Glaube - Leben - Popkultur

Dieter Bohlen vs Genesis

© Uwe Bergeest / pixelio.de

Taugen biblische Motive als kritischer Einwand für die Gegenwartskultur? “Hell, yeah!” meint Anna-Lisa…

 

Für Casting-Shows ist es derzeit im deutschen Fernsehen ja wieder High Noon. Die einen singen quasi um ihr Leben, die anderen hungern um die Wette, um auf dem Catwalk die Schlankste der sowieso schon unnatürlich Schlanken zu sein. Dabei stehen die Teilnehmer solch eines Formates ständig unter Beobachtung einer vermeintlich fachkundigen Jury, die gerne mal einen unschönen Kommentar über die an sich schönen Mädels (und Jungs) raushaut. Die Jury fällt Urteile und teilt den Teilnehmern meist eines mit: so wie du gerade bist, bist du nicht richtig!

Eine Nuance weiter gedacht würde das bedeuten, dass du nur unter der Voraussetzung, dass du so und so aussiehst oder das und das kannst, einen Wert besitzt. Zumindest ist das die Message, die uns die Macher von Casting-Shows, aber auch generell die Meinungsmacher in den Medien, rüberbringen. Damit üben sie Druck aus. Es wird gefordert, dass jeder Mensch einem bestimmten Bild zu entsprechen hat, einem Bild, welches in ihren Augen das Ideal schlechthin ist und das sie nun am liebsten tout le monde aufdrücken wollen. Gerade junge Menschen schenken dieser Message große Beachtung, halten sie für den Schlüssel zum Glück und eifern jenen fragwürdigen Maßstäben nach.
Und wenn ich dann mal wieder vorm TV chille, frage ich mich, von welchem Menschenbild diese ganzen Meinungsmacher eigentlich ausgehen…

Der Message der Meinungsmacher halte ich darum eine andere Message entgegen. Nämlich die, von meinem Menschenbild, dem Menschenbild des Alten Testaments. Im Buch Genesis können wir lesen, dass Gott den Menschen als sein Abbild geschaffen hat. Das bedeutet, dass Gott den Menschen vom Zeitpunkt Null an mit einer unfassbaren Würde ausgezeichnet hat, indem er den Menschen sozusagen an seiner Göttlichkeit teilhaben ließ. Der Mensch besitzt damit einen unaussprechlichen Wert und dafür muss er rein gar nichts tun – er hat diesen Wert inne, einfach, weil er ein Mensch ist. Ein von Gott gewollter Mensch. So wie Gott ihn geschaffen und gewollt hat, ist er gut, und als Abbild Gottes quasi perfekt.

Gott hat jeden einzelnen Menschen nach seinem Ideal geschaffen, einem Ideal, demnach jeder Mensch so sein darf wie er ist. Jeder Mensch besitzt damit das Recht, so zu sein wie er ist und zu wissen, dass er gut so ist, wie er ist. Und das ist ein Recht, das ihm niemand nehmen kann! Das heißt, man muss weder besonders gut singen können, noch muss man einen Hüftumfang von 90cm haben, um wertvoll zu sein. Gott hat mich eben so gewollt, wie ich bin. Als schlechten Sänger oder als Schokoladen-Addict, weil aus der Perspektive Gottes betrachtet ein schlechter Sänger oder ein Schokoholic einen sehr würdevollen Swag an den Tag legt…

Anna-Lisa Schramm schaut hauptberuflich viel Fernsehen und schreibt in ihrer Freizeit an ihrer Diplomarbeit in Theologie – oder war es doch umgekehrt? Gerne trifft sie sich mal mit dem Zeitgeist auf einen Cocktail.

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