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Glaube - Leben - Popkultur

KreuzWortFeuer: Ich hab die Worte nicht…

„Mir fehlen die Worte, ich/Hab’ die Worte nicht,/Dir zu sagen was ich fühl’.“
Worüber Tim Bendzko singt, hat mich schon oft beschäftigt.
So wie er habe ich schon vor jemandem gestanden und konnte nicht aussprechen, was mich bewegt. Wie ich für jemanden empfinde – oder warum ich dies oder jenes getan hatte – wie soll ich das erklären?

Die Worte wollen dann meinen Mund nicht verlassen, weil auch mir „die Angst den Weg versperrt,“ wie Tim Bendzko es ausdrückt. Wenn ich meine Gefühle aussprechen will, habe ich oft genug die Angst mich zu blamieren, weil Worte manchmal einfach zu klein sind für die Dinge die in mir rumoren und die dringend rausmüssen. Oder die Worte an die ich denke erscheinen mir unangemessen groß.

Vielleicht muss ich ein Beispiel dafür geben, wie es mir dabei geht. Stell dir vor, du sagst zu deinem Gegenüber, das du sehr gern hast, Folgendes:
„Und wenn ich die Welt aus dir erschaffen könnte/Dann würd ich deine Wärme nehmen/Um die Sonne zu erschaffen/Auf dass sie nie mehr untergeht.“ Das funktioniert vielleicht im Film oder in einem Lied von Curse, aber doch nicht in der Realität…oder?

Wir sind es nicht mehr gewohnt, so große Worte zu machen. Wir wischen so Vieles mit Ironie weg und distanzieren uns. Wir lassen uns auf große Gefühle nicht mehr ein, weil wir befürchten ausgelacht zu werden – oder weil wir Angst haben, dass wir enttäuscht werden. Vielleicht fühlt der andere ganz anders als ich – oder er versteht mich überhaupt nicht. Vielleicht sind die Worte unangemessen. Was dann?

Dieses Problem verfolgt mich, wenn ich mit jemandem darüber spreche, woran ich glaube. Manchmal kann ich das trotz aller Theologie nicht in Worte fassen – weil ich denke, dass das was ich sagen könnte, nur einen Bruchteil von dem zum Ausdruck bringt, was ich als jemand fühle, der an Gott glaubt. Und andererseits befürchte ich oft, dass mein Gegenüber mich dann nicht versteht. Deswegen spreche ich mit vielen Leuten gar nicht darüber, was ich glaube, obwohl ich das oft gerne tun würde. Und ich vermute, dass ich damit nicht allein. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten mich auszudrücken – und vielleicht werden dann auch „Worte meine Sprache.“

 

Tobias Weyand studiert Theologie in Trier und ist Musikfan ohne Genre-Grenzen. Auf seinem MP3-Player bringt er deswegen gerne auch mal Metallica, Blumentopf und die Wise Guys in derselben Liste unter. Er ist immer auf der Suche nach inspirierenden Texten und Melodien, sowie nach Filmen und Büchern.

 

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