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Glaube - Leben - Popkultur

Gedanken vom Sofa…

by richard, “punch drunk”, Quelle: piqs.de, some rights reserved

Die Manna-Redaktion stellt sich in der Fastenzeit ihren Todsünden. Einmal pro Woche. Immer Mittwochs, denn Mittwoch ist Manna-Tag.

Manuel widmet sich heute der „acedia“, der Trägheit und überlegt, warum er auf der Couch faulenzen kann und nicht dabei sündigt.

Seit Mittwoch sind in Rheinland-Pfalz Osterferien und ich würde lügen, wenn ich sagen würde ich hätte als Lehrer etwas dagegen einzuwenden. Der Vorwurf Lehrer haben ja sowieso einen der besten Jobs, da die Ferienzeit von 12 Wochen nicht gerade knapp bemessen ist, muss ich auch über mich ergehen lassen. Doch ich muss sagen, dass ich gerade froh bin jetzt wieder frei zu haben und ich bin hocherfreut mal wieder richtig ausschlafen zu können und faul im Bett rum zu liegen – es zeugt schon von Mühe den Jogginganzug gegen eine ordentliche Jeans zu tauschen. Doch ist das bereits eine Sünde?

Ich glaube und hoffe, das Ausschlafen noch nicht ausreicht. Allerdings will Trägheit auch mehr aussagen, als einen Tag zu „couchen“ oder aus Unlust zu kochen sich eine Pizza zu bestellen. Also recherchiere ich ein wenig was die Todsünde der Trägheit eigentlich meint.

Faulheit ist die gängige Übertragung der Todsünde, obwohl der Begriff es nicht so ganz trifft. Acedia meint eher die Trägheit im Herzen. Bin ich träge im Herzen, so können Gefühle wie Bosheit, Groll, Verzweiflung oder Gleichgültigkeit entstehen. Jetzt wird’s irgendwie dramatischer, als Fast-Food auf der Couch.

Jetzt denke ich, dass nicht ich es bin, der „sündigt“- vielleicht sind es eher die Leute, die sich über 12 Wochen Ferien im Jahr beklagen. Der Grund dafür ist, dass sie nicht so viel Urlaub haben – und dann sind wir auf einmal beim Neid, die nächste Todsünde hängt schon stark mit der Trägheit zusammen. Es empfiehlt sich also, besser nicht sich über die langen Ferien für Lehrer aufzuregen, vor allem weil es nichts bringt. Man kann sich auch einfach für andere (in dem Fall mich) freuen und es demjenigen gönnen, Montags morgens auf der Couch zu liegen und nichts zu machen.

Ich jedenfalls genieße die Zeit und weiß sicher im Hinterkopf: Es gibt auch Arbeitstage an denen keiner mit mir tauschen will…

Manuel Rawer

Manuel Rawer ist Religionslehrer an der Berufsbildenden Schule in Bernkastel-Kues. Trotz eines Leben als bekennender Serienjunkie und Sport-TV-Anhänger, versucht er möglichst viel in der ganzen Welt herumzukommen und Manna-Momente zu erleben!

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