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Glaube - Leben - Popkultur

Vom Glauben und Leben

Was ist der Glaube ohne Werke wert?

Es ist Freitagmittag und da ich dieses Wochenende mal nicht nach Hause fahre oder sonst irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs bin, sitze ich in der Vorlesung zu „Afrika in der Weltwirtschaft“. Der Dozent, einer dieser hohen Tiere der Wissenschaft: Als jahrelanger Mitarbeiter der GTZ (heute GIZ) verbrachte er sein Leben unter anderem in Ruanda, Burkina Faso und hat am neuen Südafrika nach der Apartheid mit gebaut, sozusagen direkt neben Nelson Mandela. So ungefähr stellte er sich uns vor und ich muss sagen, dass ich in meiner studentischen Naivität doch etwas davon beeindruckt war. Es konnte also vielleicht nicht schaden mal zu hören, was er über die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas zu sagen hatte.
Irgendwann während seines Vortrags fiel mir dann der Satz eines senegalesischen Priesters ein, den ich bei der Kampagne zum Weltmissionssonntag von missio einen Monat in Schulen und Gemeinden begleiten durfte. Am Ende seiner Präsentation zur Situation des Senegal zeigte er immer das Foto eines Kindes, das eine Kerze in der Hand hält. Die Kerze, das Licht als Symbol unseres Glaubens und er fügte hinzu: Mais la foi sans des oeuvres est morte! Aber der Glaube ohne Werke ist tot! Und als ich dann in der Vorlesung saß, um mir erklären zu lassen wie Wirtschaft funktioniert und welche Rolle die staatliche Entwicklungshilfe darin spielen kann oder sollte, stellte ich mir folgende Frage: Et les oeuvres sans la foi? Und wie ist es mit den Werken ohne Glauben?
Man hört immer mehr die Forderungen nach Religionsneutralität, daneben stehen die Kopftuch-Debatte und die Frage, ob in den Schulen Kreuze hängen dürfen. Am besten wäre wohl eine vollkommene Werteneutralität, damit sich auch bloß niemand benachteiligt fühlt.
Aber ist das das Ziel unserer modernen globalen Welt? Wäre es nicht eine traurige und trostlose Welt ohne unseren Glauben? Ohne diese Portion Gottvertrauen, die uns oft so wunderbar durch das Leben trägt? Gerade in den feierlichen Zeiten innerhalb der Kirche, wie etwa im Advent, sind wir doch wieder alle auf der Suche nach Wärme und Sinnlichkeit, nach dem Leben in Fülle. Und was wäre Weihnachten gewesen ohne unseren Glauben und ohne die Freude auf die Geburt Christi? Ein Weihnachtsbaum ohne Krippe oder Geschenke ohne das Christkind, da hätte doch was gefehlt, oder?
Kerstin’s Herz hängt am FC Bitburg und Burkina Faso. Wenn sie mal nicht gerade auf dem Platz steht, studiert sie Ethnologie und Germanistik in Mainz.

 

 

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