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Glaube - Leben - Popkultur

Das Siegergen

adimas – fotolia.com

Aufstehen, niederknien, genuschelte Antworten und angestaubte Lieder und das alles in Gebäuden, die scheinbar seit langem auf die Rückkehr ihrers Hausherrn warten. Gottesdienst eben. Ich stehe an zum Empfang der Kommunion. Beim Warten beobachte ich aus den Augenwinkeln andere Menschen, die wieder zurückkehren, sich zurückziehen und vertiefen in ihre Gedanken und Gebete mit Gott. Die Menschen zeigen sich persönlich, trotz aller Öffentlichkeit. Man spürt, man ahnt ihre innere Befindlichkeit.

Emotionen als public viewing sind jedoch nichts Neues. Das Leiden der Bayern vollzog sich vor aller Welt. Da hilft selbst ein T-Shirt Taucher à la Schweinsteiger nichts.  Beim Champions League Finale muß am Ende ein Sieger dastehen. Die Verlieren gehen leer aus, denn “The winner takes it all”. Wer kümmert sich um die Geschlagenen? Der Fußballgott? Weil er beim nächsten Mal Robben vom Elfer fernhält oder eine extra Portion Glück an den Torpfosten klebt, damit ausgleichende Gerechtigkeit eintritt?  Dann gibt es wieder das alte Paar: die vor Freude Hüpfenden und die, die verstreut am Boden liegen. Mag der Gott des Fußballs so handeln, doch vom Gott des Lebens erwarte ich mehr.

Lebendigkeit für alle. Von innen heraus. Nicht jeder muß voll durchstarten, Kohle anhäufen und schicke Autos ausführen, um zu Glauben, ja mir geht’s gut und ja ich bin gut. Gott hat jeden mit seinem Siegergen ausgestattet, denn “wir alle sind Deiner Hände Werk.” (Jesaja 64,7) Gottesdienst. Hier wird dieses Erbe lebendig.

 

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2 Kommentare

  1. … zumindest sollte es lebendig werden, dieses Erbe. Ich gebe zu, bei so manchem Gottesdienst ist von dieser Lebendigkeit für mich leider wenig zu spüren …

  2. Lieber Stefan Weinert, mir geht es genauso und viele sagen mir, dass es auch sie dieses – nennen wir es Lebendigkeitsgen ;-) – im Gottesdienst irgendwie nicht mehr finden können.
    Ich wünsche mir kreative Wege zu finden um es wieder erlebbar zu machen.Das wär doch was: Begeisterete Gottesdienstbesucher, in einer ganz “normalen” Messe, eine Regelmäßigkeit ohne Gähnen…. weil jede und jeder nochmal spürt “Ja, das hat tatsächlich alles was mit mir persönlich zu tun und es bringt mir was – immer wieder!”

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