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Glaube - Leben - Popkultur

Lieber Fußballgott…

by Dirk Fischer, “@home_07_b”, Quelle: www.piqs.de, some rigths reserved

Am Samstag ist der letzte Spieltag der Bundesliga der Saison 2011/12. Obwohl schon vieles entschieden ist, gibt es noch ein paar Vereine, für die es um was geht. Schaffen die Berliner noch den Sprung auf den Relegationsplatz oder kann Köln ihn halten? Wer muss direkt absteigen? Angesichts dieser bitteren Aussicht wird es wohl den ein oder anderen Hauptstädter und Rheinländer geben, der jetzt zum Fußballgott beten und hoffen wird, dass er am Samstag ihr Trikot trägt und nicht das von Bayern oder Hoffenheim…

Dieser Fußballgott – ist das derselbe Gott wie sonst auch? Nimmt er sich Samstags um 15:30 Uhr mal eben frei von den sonstigen Aktivitäten und schaut sich bei Sky die Konferenz an? Hat er kurz vorher bei Oddset noch eine Wette platziert und lässt dann manchmal unmögliches möglich werden? Es hört sich zurecht etwas nach Blasphemie an!

Jetzt stelle man sich nur mal vor, er ist gar kein Fußballfan… Vielleicht mag er Basketball, Eishockey oder Synchronschwimmen? Helfen dann Stoßgebete bei Olympia mehr als am Samstag? Dann könnte man sie auch eigentlich sein lassen, vor allem wenn man bedenkt, dass es definitiv nur einem helfen kann. Der Gegner wird im Endeffekt benachteiligt werden – war dann Gott Fan des Gegners?

Ist das also eigentlich vollkommen unnötig, dass am kommenden Samstag viele Fans ihr Flehen um den möglichen Erhalt in der Bundesliga Richtung Himmel schicken. Ich meine: Nein! Denn das, worum es eigentlich geht ist Hoffnung! Sie bewirkt, dass die Fans meist doch zu ihrem Verein stehen und eine Gemeinschaft bilden, gerade in besonderen Situationen wie in einem Finale oder beim Abstieg und wenn es klappt – um so besser. Füreinander einstehen und wie so oft schon gesehen, selbst bei Niederlagen die Treue halten – Liebe zum Verein und der Glaube an bessere Zeiten – das alles macht unter anderem den Fußball aus.

Irgendwie erscheint der Fußball doch ganz schön christlich daher zu kommen… Vielleicht weil es ihn doch gibt – den Fußballgott…Und wer weiß, vielleicht hat er ja auch einfach mehrere Trikots im Schrank hängen, vielleicht eines von Köln und von Berlin…Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Manuel Rawer

Manuel Rawer ist Religionslehrer an der Berufsbildenden Schule in Bernkastel-Kues. Trotz eines Leben als bekennender Serienjunkie und Sport-TV-Anhänger, versucht er möglichst viel in der ganzen Welt herumzukommen und Manna-Momente zu erleben!

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1 Kommentar

  1. Es gibt eine neue Fußball-Werbung: Das “Fußballgott Unser”.
    Ist das noch in Ordnung?

    Klar, es ist Werbung und entsprechend provokant und übertrieben. Ich finde es allerdings mehr als unangebracht und alles andere als witzig.

    Ich gebe zu, auch ich habe bestimmt mehr als einmal beim Mitfiebern Stoßgebete zu Gott geschickt. An eine Situation kann ich mich noch genau erinnern. Ich hab als Kind 1996 vor der EM gebetet, dass Deutschland Europameister wird. Hat funktioniert, sah zumindest für mich damals so aus.

    Dass Fans für ihre Sache beten, finde ich nicht dramatisch. Für mich ist Beten, dass ich das, was mich beschäftigt vor Gott trage, ob es meine nächste Hausarbeit, meine Lieblingsmanschaft oder die Probleme eines Freundes sind. Warum soll ich mich über meine Hobbies nicht mit Gott austauschen können? Und auf der anderen Seite wird ja auch gebetet. Die Fans der gegnerischen Manschaft beten bestimmt auch.

    Bemerkenswert ist nur, dass sich in genau diesen Situationen zeigt, wie religiös und spirituell auch Menschen sind, von denen einige zumindest sonst jede Verbindung mit Religion und Gott abstreiten. Ob es ihnen selbst auffällt?

    Ich vermute Gott ist unparteiisch und die Europameisterschaft 1996 Zufall.

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