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Glaube - Leben - Popkultur

Vom Leben lesen!

Samuel Koch (c) adeo Verlag / Familie Koch

 

 

 

 

 

Ein Leben auf der Überholspur: Schon der fünfjährige Samuel erobert die Welt des Turnens. Am Reck und Barren wird er Wettkämpfe gewinnen – für Deutschland und für Frankreich. Der heranwachsende „risikofreudige Multisportler“ – wie sein bester Freund Chris ihn nennt – ist  süchtig nach Bewegung  und probiert alles aus: Sam im Schwimmbad, Sam auf Skiern, Sam auf dem Snowboard. Ein sympathischer junger Mann, den es nach dem Abitur zunächst als Pilot zur Bundeswehr, dann als Schauspieler auf die Bühnen der Welt zieht.

Eine große Bühne hat er am Samstag, den 04. Dezember 2010: In der Düsseldorfer Messehalle sind 4.300Augenpaare auf ihn fixiert. Über zehn Millionen Menschen von Kiel bis zu seiner Heimat nahe Lörrach im Dreiländereck blicken gebannt auf ihre Bildschirme. Es ist die 191. Wette in Deutschlands erfolgreichster Fernsehsendung. Michelle Hunziker sagt zu Moderator Gottschalk: „Thomas, ich will´s nicht sehen!“ Samuel betet Psalm 23: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal…fürchte ich kein Unglück denn du bist bei mir…“ Er springt. Dann beginnt sein zweites Leben.

Samuel Koch, (c) Simone Fischer-Trefzer

Ein Leben, das ganz neue Herausforderungen kennt. Keine Stunts, sondern Stagnation. Der durchtrainierte Körper dieses Ausnahmetalents, er bewegt sich vom Hals abwärts nicht mehr. Der Wettkampfsportler und Wettkandidat empfindet „Platzangst im eigenen Körper“. Früher hat Samuel als Sportler Gipfel bezwungen. Heute ist es ein „Erfolg“, wenn er mit Hilfe von Schiene und Schlaufe die Gabel zum Mund bewegen kann.
Und doch gibt dieser Samuel nicht auf. Was ihn trägt sind seine Willenskraft, seine Familie, seine Freunde – und sein christlicher Glaube. Dieser Glaube hat sich verändert, aber er ist ihm geblieben. Samuel hat Gott in den Monaten nach seinem Unfall angeklagt: „ Diese Schmerzen sind doch total unnötig! Sie nützen niemandem etwas. […] Geht’s denn nicht auch ohne?“ Und er hat auch gezweifelt: „Wo ist Gott eigentlich […] Gibt es ihn überhaupt?“ Doch gerade in seinen schwersten Stunden hilft ihm sein Gebet – und das seiner Freunde. „Rückblickend weiß ich gar nicht, wie ich das alles überstanden habe. Aber Gott gibt Kraft für jeden einzelnen Tag.“ Das ist kein so daher gesagter Satz. Das ist gelebte christliche Existenz. Jeder Tag stellt für Samuel schon beim Aufstehen eine neue Herausforderung dar. Aber er will sie annehmen, will aufstehen.
„Zwei Leben“ ist auch ein Buch, das uns die Situation von Menschen mit Behinderung nahe bringt. Nicht durch politische Plädoyers – sondern  durch einen Perspektivenwechsel: Gerade weil Samuel so radikal ehrlich und authentisch erzählt, kann man sich  – soweit das überhaupt möglich sein mag – in das Leben von querschnittsgelähmten Menschen hineinversetzen. Die tragische Thematik – sie könnte dabei auch den Leser lähmen. Doch wer Samuels Buch liest wird vielmehr von einem unbändigen Lebensdurst gepackt. Und von einer Hoffnung getragen, die stärker ist als alle Widerstände, die sich Menschen in den Weg stellen.  Das liegt an der Tiefe der Theologie, die hier durch einen 23-Jährigen Tausendsassa vermittelt wird. An seinem nach wie vor großartigen Humor. Und der mitreißenden Sprache, die Samuel zusammen mit dem Journalist Christoph Fasel (er schreibt u.a. für die Sueddeutsche und den Stern und lehrt als Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement in Leipzig, München, Innsbruck, Tübingen und Hamburg) aufs Papier gebracht hat.

Ein Buch über Behinderung. Ein Buch über Verzweiflung. Ein Buch über den unerschütterlichen Glauben an Gott. Seit Monaten in der Spiegel – Beststellerliste.
Auch auf meiner persönlichen Bestsellerliste ganz oben.
Das Buch „Samuel Koch – Zwei Leben“ ist im adeo-Verlag als Hardcover zum Preis von 17,99 Euro erschienen.

Christopher Hoffmann

Christopher Hoffmann ist Pastoralreferent im Rheinland. In seiner Freizeit macht er gerne Musik in einer Band und im Bonner Jazzchor. Neben musikalischen Manna-Momenten sucht er besonders auch in der Begegnung mit Menschen nach Gottes Spuren in unserer Welt.

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