Pages Navigation Menu

Glaube - Leben - Popkultur

Klettern ohne Sicherung?

aUnd warum?

Eine Frage die sich für mich momentan jeden Dienstagabend ab 21 Uhr stellt.

Ein Kajakfahrer wird von einem Krokodil gefressen, ein Bergsteiger friert bei –50° im Himalaya, ein waghalsiger Snowboarder rast eine fast 70-prozentige mit Felsen gespickte Piste runter. Ein Kletterer trainiert tagtäglich in einem 20 qm – großen Zimmer. Dies sind einige Bespiele von Menschen, die ich dienstags abends auf ZDF-kultur in der Sendung “OffLimits” sehe.

Aber was finden diese Menschen in ihren extremen und waghalsigen Aktionen. Sind sie auf der Suche nach Leben, auf der Suche nach Antworten oder gar auf der Suche nach Gott!?

Auch ich selbst bin ein bekennender Fan von Outdoor-Sport. Alljährlich suche ich beim Ski- und Snowboardfahren im schönen Weiß die Geschwindigkeit, oder versuche mich sogar bei Sprüngen. Dabei gibt es immer wieder Momente, in denen das Adrenalin total Überhand nimmt. Momente, in denen ich mich in einer Selbstüberschätzung finde und in denen ich mich frage, ob ich eigentlich total bekloppt bin, sowas zu riskieren. Es sind aber auch gerade diese kitzligen und kribbelnden Augenblicke, die ich suche und auch genieße.

Szenenwechsel. Im Sommer versuche ich mich gelegentlich im Klettern. So hatte ich im letzten Jahr die Chance mit einem aus Chamonix (Stadt am Fuße des Mont Blanc)- stammenden Freund eine Felswand bei Aix-les-Bains zu besteigen. Es stellte sich schnell heraus, dass er eindeutig der Versiertere von uns beiden war und sich an solchen Wänden gut auskennt. Hierbei fragte ich mich immer wieder, wozu wir das denn überhaupt machen. Nach seinen Worten hat Klettern etwas mit Spiritualität, Glauben, Gott und Freundschaft zu tun. „Wenn ich klettere, existiert um mich herum eine gewisse Spiritualität“. Diese Gedanken konnte ich bezüglich der Freundschaft teilen; zumal man sich beim Klettern ja absolut auf seinen sichernden Kletterpartner verlässt. Aber an Gott, Spiritualität und Glauben habe ich dabei noch nie so richtig gedacht.

Für mich sind diese Outdoor-Aktivitäten mehr eine Suche nach einem Maximum, Grenzerfahrung oder einer Gefahr. Aber existiert bei alledem nicht vielleicht doch etwas Überirdisches; etwas nicht Haltbares, etwas, das mich in diesen Situationen in meinem Wahn und meiner Selbstüberschätzung schützt!?

 

David EcksteinWährend dieser Artikel erscheint ist David Eckstein beim Snowboarden. Der 29jährige Saarländer ist auch sonst gern unterwegs, sei es sportlich oder musikalisch als Sänger in verschiedenen Chören.  Im Auftrag der saarländischen Landesregierung erarbeitet er Strategien für eine verantwortungsbewusste Unternehmenskultur und studiert daneben Wirtschafts- und Umweltrecht in Birkenfeld.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>