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Glaube - Leben - Popkultur

Mit Instagram auf Wundersuche

CC-Lizenz: prayitno / flickr.com

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Endlich geht es wieder los. Heute Abend läuft die 8. Staffel von “How I met your Mother” im deutschen Free-TV an. Grund genug eine kleine Perle aus einer früheren Episode noch mal rauszukramen, die der Auftakt zum Cliffhanger der nun beginnenden 8. Staffel war.

“How I met your Mother” gehört seit Jahren zu meinen Lieblingsserien, aber Robin mochte ich anfangs gar nicht. Vielleicht weil ich mich immer eher mit Teds Lebenstraum identifizieren konnte, in dem Familie eine große Rolle spielt. Robin dagegen träumte von der großen Karriere bei einem Nachrichtensender. Platz für eine Beziehung mit längerfristigem Potential war da nur begrenzt vorgesehen.

Mit Marshall dagegen konnte ich mich von der ersten Folge an identifizieren. Ich mochte seine Art von Humor, seine aufrichtige Leidenschaft für ein nicht besonders erfolgsverwöhntes Footballteam und mir hat imponiert, wie er versuchte zwischen seinem idealen Berufswunsch als Umweltanwalt und der Notwendigkeit eines vernünftig bezahlten Jobs eine Lösung zu finden, ohne seine Ideale zu verraten. Und dass er ganz entgegen dem Mainstream seine Jugendliebe geheiratet hat und trotzdem kein Spießer geworden ist, finde ich beachtlich :-)

Was Marshall und Robin aber trotz ihrer Freundschaft grundsätzlich unterscheidet, ist ihr Blick auf die Welt. Robin ist eine notorische Skeptikerin, Marshall erkennt Gott beziehungsweise das Schicksal am Werk, wenn etwas Besonderes geschieht. Und das ist auch in der letzten Folge der dritten Staffel der Fall, in der zunächst Ted und später Barney in Verkehrsunfälle verwickelt werden, aber beide mit mehr oder weniger schweren Verletzungen überstehen. “Wunder!” ruft Marshall da begeistert, nur um sich Robin Scherbatskys legendäres Augenrollen einzufangen. Geschichte um Geschichte hält Marshall ihr entgegen, um Robin davon zu überzeugen, dass Gott so abgefahrene Sachen vollbringen kann, wie zum Beispiel, dass ein Bleistift von der Decke fallend auf den Tisch und von dort direkt in Barneys rechtes Nasenloch springen kann. “Ein betrunkener Idiot und eine Packung Bleistifte” lautet Robins rationale Erklärung.

Geht es bei angeblichen Wundern wirklich um das Aushebeln der Naturgesetze? Oder ist es letztlich eine Frage der Bildbearbeitung? Jeder Fotograf weiß: Bilder zeigen nicht wie es wirklich ist, sondern immer nur eine bestimmte Ansicht der Welt. Aus einem bestimmten Blickwinkel, mit einer bestimmten Blende, vielleicht sogar noch mit einem Filter nachbearbeitet. Über alles, was wir erleben läuft unser “Deutungsfilter” drüber. Ob wir etwas als Wunder erleben oder nicht, sagt vor allem etwas darüber, ob wir einen Sinn darin erkennen oder nicht.

Robin hat gelernt, vorsichtig zu sein. Ihr hat man als Kind erzählt, dass ihr todkranker Hund ein Supermedikament bekommt und dadurch überlebt – sich aber leider in eine Schildkröte verwandeln wird. Sowas macht misstrauisch, wenn einer wie Marshall schnell euphorisch “Ein Wunder! Ein Wunder!” schreit. Marshall dagegen traut dem Leben. Er vertraut darauf, dass es kein Zufall ist, dass seine beiden Freunde ihre Unfälle überlebt haben. Wer “How I met your Mother” regelmäßig sieht, weiß aber auch, dass Marshalls Glaubenskrisen deshalb auch viel heftiger ausfallen, als die von Robin. Gut, dass es beide gibt: Die Zweifler und die Gläubigen. Von Robin lernen heißt: wach und kritisch bleiben; genau prüfen, ob das, was passiert, keine Mogelpackung ist, die uns untergejubelt wird und am Ende den Aufprall in der Wirklichkeit nur noch härter ausfallen lässt. Von Marshall lernen heißt dagegen: Offen sein für die Möglichkeit, dass das Versprechen Gottes von der Hoffnung tatsächlich wahr sein könnte.

 

Christian Schröder

Christian ist Gründer von Manna und liebt gute Geschichten und beide Sorten Football. Seit 2013 ist er geistlicher Leiter von kafarna:um, einer Hauskirche für Jugendliche und junge Erwachsene in Aachen.

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