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Im Trainingslager

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Er gehört zur Halbzeitshow jedes halbwegs professionellen Basketballspiels auf diesem Globus: Der half-court-shot. Ein Zuschauer, zufällig ausgelost, bekommt die Chance, eine Menge Geld oder ein Auto oder eine Waschmaschine des Hauptsponsors zu gewinnen. Dafür muss er allerdings den Ball im Korb versenken. Von der Mittellinie. Und er hat nur einen Versuch. Obwohl ein ungeübter Spieler in den allermeisten Fällen mit seinem Wurf nicht einmal die Distanz von der Mittellinie bis zum Korb erreicht, geschweige denn die richtige Richtung, Höhe und Flugbahn erwischt, kommt es ab und an tatsächlich vor, dass jemand den Ball im Korb versenkt. Ein “lucky shot”, ein Glückstreffer. Nur wer regelmäßig solche Würfe trainiert, erhöht die Wahrscheinlichkeit zu treffen, aber selbst Profis erreichen keine 100%.

Das ist beim Basketball nicht anders als beim Beten. Ja, beten muss man trainieren, wenn man die Erfolgsquote steigern will. Es gibt Tage, da gelingt es mir überhaupt nicht. Ich sitze da, ich versuche still zu werden, mich zu konzentrieren, zu Gott zu sprechen. Aber es klappt nicht. Ich bleibe oberflächlich, von Gott merke ich nichts. Beim Basketball würden sie sagen: Mein Wurf fällt heute einfach nicht.

Je regelmäßiger ich mir Zeit für das Training nehme, mir eine bestimmte Zeit fürs Beten reserviere, um so besser wird meine Trefferquote. Plötzlich gibt es Tage, an denen ich fast automatisch alles um mich herum ausblenden kann, Gott danken kann, ihn bitten kann, um das, was mich bewegt – und hören kann, was er mir zu sagen hat. Trotzdem ist auch dann nicht jeder Wurf ein Treffer – aber die Wahrscheinlichkeit steigt enorm.

Diese Woche habe ich mit Exerzitien verbracht. Ein Training der besonderen Art. Ein besonders intensives soll es sogar sein: Ein Trainingslager. Unterwegs mit anderen, die ein ähnliches Ziel haben. Gemeinsam wollen wir besser darin werden, Gott in unserem Leben zu entdecken. Das kommt schnell an Grenzen, weil wir verschiedene Positionen spielen und dementsprechend an verschiedenen Fähigkeiten arbeiten. So als würde einer an seiner Grundschnelligkeit, ein anderer an seiner Spielübersicht und wieder ein anderer an seinem Rebounding arbeiten. Und da liegt ein Problem. Beten ist im Kern ein Individualsport. Man kann es zwar gemeinsam tun. Das kann richtig Spaß machen. Man kann sich Techniktipps geben und sich manchmal an fittere Leute dranhängen und mitziehen lassen. Aber an der Ausdauer muss man alleine arbeiten.

Ich jogge viel in dieser Woche und immer gibt mir ein Bibelwort den Laufrhythmus vor. “Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und Licht auf meinem Weg”. Ich merke, wie das Training langsam anschlägt. Es fällt mir leichter. Das Laufen und das Beten.

 

Christian Schröder

Christian ist Gründer von Manna und liebt gute Geschichten und beide Sorten Football. Seit 2013 ist er geistlicher Leiter von kafarna:um, einer Hauskirche für Jugendliche und junge Erwachsene in Aachen.

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