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Glaube - Leben - Popkultur

Von Noah, Sintflut und Neujahr

Quelle: www.piqs.de

Quelle: www.piqs.de

Als ich am Samstag im Kino war sah ich den Trailer von Noah! Ich dachte mir, dass Hollywood anscheinend genug Spiderman Reihen verfilmt hat und jetzt auf noch größere Gestalten umsteigen wird. Außerdem hat sich Russell Crowe in Riemchen-Sandalen schon mal ganz gut verkauft…
Aber zum weiteren Nachdenken hat mich der Trailer insofern auch gebracht, dass mir spontan eingefallen ist, wie oft das biblische Thema Noah und seine Arche in der heutigen Zeit verwendet werden. Neben dem Kinderfilm “In der Arche ist der Wurm drin” oder “Evan Allmächtig” bediente sich die Filmproduktion schon des Themas. Darüber hinaus gibt es bereits ein Spielset von Playmobil von der Arche!
Dabei hab ich mich gefragt, was denn an dieser Erzählung eigentlich so faszinierend ist und nochmal mir die Genesis Geschichte 6- 9 vorgenommen. Das worauf oftmals die Meisten ihren Fokus legen – und somit auch häufigster Diskussionspunkt – sind die Maße der Arche und die Anzahl der Tiere. “Dreihundert Ellen lang, fünzig hoch, dreißig breit; mit Pech versiegelte Kammern; von allem was lebt führe je zwei in die Arche…”) Wissenschaftler, Forscher, Kirchenkritiker und Nerds diskutieren über Höhenangaben, Stallgrößen und das wenn nur von jeder Tierart zwei da wären, jedes Tier inzestuös auf diese Welt gekommen sein müsste. Und die Zeit auf der Arche, eine so lange Zeit und eine so große Sintflut sind physikalisch und biologisch eher unwahrscheinlich…
Aber geht es einzig darum? Ein Auserwählter sammelt Tierarten, überlebt die Sintflut und fertig? Ich glaube es geht um mehr. Die Sintflutgeschichte kann nicht ohne Adam und Eva und ohne Kain und Abel gedacht werden, die ersten Stellvertreter der Spezies Mensch. Und diese auch bereits Auserwählten versieben es erst mal so richtig, Adam und Eva schaffen es aus dem Paradies zu fliegen, weil sie sich selbst zu Gott machen wollen, Kain erschlägt seinen eigenen Bruder. Die Menschheit hätte bessere Vorbilder haben können…

Allerdings ist das wohl nicht so ganz der Fall, worauf hin Gott beschließt reinen Tisch zu machen…Schwamm drüber – mit viel Wasser.
Wichtig ist aber doch, dass Gott nicht sagt, ich hab mit den Menschen abgeschlossen, sondern ich rette auch ein paar… Noah – ein rechtschaffener Mann und seine Familie und die Tiere, die sich eben nicht wie die Menschen verhalten…
Was aber sagt uns das für heute? Ich habe im Januar immer noch das Gefühl von Sylvester und Neujahr, auch wenn es nur ein kalendarischer Wechsel sein mag. Ich habe das Gefühl, ich kann nochmal von vorn anfangen, das alte Jahr, das was schlecht war lege ich ab – schwamm drüber! Was gut war, nehm ich mit, unschuldige Tiere und meine Rechtschaffenheit!
Und jederzeit ist Gott bei mir, der mir meine neue Chance gibt und mich nicht aufgibt…

Theoretisch kann da jeden Tag Neujahr sein, für mich als Kapitän meiner eigenen Arche

Manuel Rawer

Manuel Rawer ist Religionslehrer an der Berufsbildenden Schule in Bernkastel-Kues. Trotz eines Leben als bekennender Serienjunkie und Sport-TV-Anhänger, versucht er möglichst viel in der ganzen Welt herumzukommen und Manna-Momente zu erleben!

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