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Glaube - Leben - Popkultur

Das Ende ist nah!

Bildrechte: ruths138 / flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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Nach 9 Jahren ist Schluss. Die letzte Staffel von „How I met your Mother“ zeigt endlich, wie Ted Mosby die Mutter seiner Kinder trifft. In Deutschland beginnt heute die letzte Staffel, in den USA läuft am Montag bereits die allerletzte Folge. Für Serienjunkies ist das Ende ihrer Lieblingssitcom immer irgendwie traurig. Jetzt wird es keine neuen Geschichten mehr geben von den Charakteren, die einen jahrelang begleitet haben. Auch wenn ich weiß, dass Ted, Robin, Marshall, Lily und BArney keine real existierenden Menschen sind, fühle ich mich diesen Figuren trotzdem irgendwie nah. Psychologen nennen dieses Phänomen „parasoziale Beziehungen“. Es ist eben fast so, als wären das echte Freunde und Bekannte, an deren Leben man teilnimmt. Dabei ist es eher umgekehrt: Diese Geschichten waren teil meines Lebens in den letzten Jahren.

Ich bin relativ spät, im Sommer 2009 auf “How I met your Mother” gestoßen und habe an einem faulen Samstag die erste Staffel in einem Rutsch durchgeschaut. Seitdem hat mich im Comedy-Genre keine Show mehr überzeugt als “How I met your Mother”. Vielleicht weil ich zwar nicht in New York um die Häuser ziehe, aber in der selben Lebensphase steckte wie Ted & Co. Irgendwo zwischen Studienabschluss, Berufseinstieg, dem Ausloten von Karriereoptionen und der Familienplanung.

Ja, natürlich hat den letzten Staffeln manchmal der Esprit und der kreative Wahnsinn der Anfangsjahre gefehlt. Die ganzen verrückten Nebengeschichten um das Playbook, die Ziege im Bad oder den fünften Doppelgänger waren zuletzt auserzählt. “How I met your Mother” war gegen Ende mehr Drama als Comedy und näherte sich damit dem großen Vorläufer “Friends” an. Aber wenn du ein paar Jahre mit guten Freunden verbracht hast, triffst du dich immer noch gern mit ihnen, auch wenn sie dir nicht mehr jeden Abend etwas Brandneues zu erzählen haben.

Vielleicht ist deswegen der Abschied von der Lieblingsserie so ähnlich wie der Abschied von Menschen, denen man wirklich Lebewohl sagen muss und deren Stuhl dann erstmal leer bleibt. Idealerweise will man sie bis zum letzten Moment sehen, noch jeden Augenblick auskosten, sich an die schönen Geschichten erinnern, die man gemeinsam erlebt hat.

…und vielleicht mit der klitzekleinen Möglichkeit rechnen, dass man sich irgendwann doch wiedersieht.

Christian Schröder

Christian ist Gründer von Manna und liebt gute Geschichten und beide Sorten Football. Seit 2013 ist er geistlicher Leiter von kafarna:um, einer Hauskirche für Jugendliche und junge Erwachsene in Aachen.

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